Das Archiv verworfener Möglichkeiten präsentiert uns eine Vielzahl von Orten. Unschwer sind sie als gebaute Architekturen urbanen Lebens zu erkennen: Gleichzeitig aber scheinen sie neben dem Leben zu stehen. Sie sind leer, teilweise im Verfall begriffen, schwanken zwischen dem Eindruck unmittelbarer und individueller Belebtheit und der nüchternen und austauschbaren Kühle funktionaler Räume. Aber auch wenn ein noch laufender Fernseher oder ein vergilbtes Plakat an der Wand – selten sogar einmal im Bild anwesende Menschen – von einem alltäglichen Gebrauch dieser Räume berichten, so wirken sie dennoch ›ver-rückt‹. Sie scheinen aus dem Alltag unseres städtischen Lebens und Erfahrens herauszufallen.

Rolf Nohr
[Erinnerungen an die Stadt. Orte/Nicht-Orte]

 

Er stellte sich vor, durch sie hindurch zu gehen und sich hinter den Typen zu stellen, der ihn beobachtete. Er würde über seine Schulter blickend endlich ein klares Bild von seinen Verhältnissen bekommen. Er würde alles rausschmeißen, den Hocker, den er irgendwo aufgelesen hatte, das Schränkchen, auf dem der Fernseher seinen Platz hatte, den Fernseher gleich mit. Dann stand er auf; der Ofen brannte, und der Fernseher lief.

Ulrich Rüdenauer
[INTERIORS]